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Die Computertomographie ist ein Verfahren zur Erstellung von Bildern der Organe und Gewebe unseres Körpers. Hierfür werden Röntgenstrahlen genutzt, welche von unterschiedlichen Geweben und Knochen verschieden stark abgeschwächt werden. Mit dieser Technik können heute Herzkranzgefäße hochauflösend und nicht invasiv untersucht werden.



Im Gegensatz zu einem einfachen Röntgenbild, welches nur in eine Richtung durch den Körper „hindurchblickt“, ist es der Computertomographie möglich, hochauflösende Schichtbilder, also Querschnitte, aus unserem Körper zu erstellen. Um dieses zu erreichen, kreist während der Untersuchung eine Röntgenröhre in einem Ring um den Körper. Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich ein Empfänger, der ebenfalls mitkreist und die durch den Körper tretenden Strahlen auffängt. Ein Computer berechnet daraus dann die entsprechenden Schnittbilder.

Die Computertomographie kann den Grad der Verkalkung der Herzkranzgefäße messen. Die gesamte Menge Kalk, welche sich in den Herzkranzgefäßen abgelagert hat, steht in engem Zusammenhang mit dem Risiko, in den kommenden Jahren einen Herzinfarkt oder eine koronare Herzerkrankung mit Beschwerden (s.o.) zu ent wickeln. Die gemessene Menge Kalk wird mit gesunden Patienten gleichen Alters und gleichen Geschlechts ver glichen. So wird ein Punktewert ermittelt, der Calcium Score. Dieser Punktewert gibt allerdings nur eine Wahrscheinlichkeit an, dass eine relevante Gefäß enge vorliegt. Die Skala der möglichen Calcium Score Werte wird in drei Schweregrade eingeteilt: 0 - 100 Punkte entspricht normalerweise einem niedrigen Risiko, 101 - 400Punkte einem mittelgradigen Risiko und bei mehr als 400 Punkten wird eine relevante koronare Herzerkrankung schon hochgradig wahrscheinlich.

Eine rechte Koronararterie zeigte eine Tandem-Stenose (siehe Abschnitt: Koronarangiographie) sowie eine weitere Engstelle. Besteht der Verdacht auf krankhafte Veränderungen der Herzkranzgefäße (Koronararterien), so muss vor einer möglichen Behandlung das Ausmaß und der Schwere grad dieser Engstellen (Stenosen) genau bewertet werden. Deshalb ist es notwendig, eine Gefäßdarstellung – eine so genannte Angiographie – durchzuführen. Bis vor kurzem gelang dieses nur mit einer Herzkatheter Untersuchung, bei der feine Drähte und Schläuche über ein Gefäß in der Leiste zum Herzen vorgeschoben werden und die Herzkranzgefäße mit einem Kontrastmittel angefärbt werden.

Mit einer sehr leistungsstarken Software werden aus den Computertomographie-Bildern verschiedene Rekonstruktionen und 3D Modelle errechnet, anhand derer Ihre Ärzte das Gefäßsystem beurteilen und auch geringe Veränderungen und Engstellen auffinden. Voraussetzung für eine sichere Auswertung ist erstens, dass die Qualität der Bilder sehr gut ist und zweitens, dass sich keine größere Menge Kalk in den Herzkranzgefäßen abgelagert hat. Beide Voraussetzungen sind nicht immer einfach zu erfüllen. Die Computertomographie zur Abbildung der Herzkranzgefäße wird heute nur für Patienten empfohlen, die ein geringes Risiko für eine koronare Herzkrankheit haben und bei denen die Wahrscheinlichkeit für eine sehr gute Bildqualität hoch ist.

Herr Dr. Giso von der Recke war langjährig Oberarzt im St.-Marien-Hospital Bonn und hat diese Art der Untersuchung des Herzmuskels dort eingeführt und etabliert.